Leben in Gemeinschaft

spirituell, ökologisch und sozial

VisionenSigrid Beckmann-Lamb

Es gibt kaum einen Menschen, der nicht von einem besseren Leben träumt. Mal ist es die größere Wohnung, mal der neue Arbeitsplatz. Wir haben Wünsche, um einen Zustand von Mangel in den von Fülle umwandeln zu können. Sie sind Ausdruck unbewussten oder gequälten Lebens, das nach Erlösung strebt. Sie entstehen im Unbewussten und werden geboren, indem sie uns bewusst werden. Wünsche sind energetische Wesenheiten, die sich verwirklichen wollen. Ob dies gelingt, hängt u.a. von unserer Zielgerichtetheit, unserer Ausdauer, unserem Selbst- oder Gottvertrauen ab.

Visionen sind mehr als Wünsche. So mächtig letztere auch sein mögen, es fehlt ihnen das Element der eindeutigen Willensbekundung. Ein tiefer Wunsch ist häufig jedoch die Vorstufe für das Eintreten einer Vision, quasi eine geistige Samenlegung. Wünsche entstehen, Visionen werden uns zuteil. Eine Schau, die uns - nicht selten mit Macht - widerfährt. In ihr werden uns Einsichten offenbart, die normalerweise Jahre oder ganze Leben an Zeit erfordern würden. Meist zeigen sie Zusammenhänge auf, aus denen wir unsere eigene Bestimmung ableiten können. Andere wiederum haben eher allgemein erhellenden Charakter und beziehen sich auf das Verstehen von Zusammenhängen schlechthin. Jeder Vision ist jedoch zu eigen, dass sie eine unwiderrufliche gravierende Bewusstseinserweiterung bewirkt. Dies wiederum führt fast immer zu einer neuen Weichenstellung in unserem Leben, in welcher wir uns eindeutig für eine bestimmte Art zu leben entscheiden. Meist ist die Wirkung einer Vision - sei es nun persönlicher oder universeller Art - so durchschlagend, dass Erkenntnis, Gefühl und der Wille zur Tat gleichgeschaltet werden und zielgerichtet auf die Verwirklichung des Geschauten hinwirken.

Damit wird die Vision zur dynamischen Kraft, die das Ziel durch alle Hindernisse hindurch anstrebt und erst zur Ruhe gelangt, wenn die Verwirklichung vollzogen ist. Es gibt jedoch noch eine umfassendere Form von Vision, eine Ur-Vision sozusagen, und zwar diejenige, die aller Schöpfung bei ihrer Entstehung zuteil wurde: Die Einsicht in die Verbundenheit allen Seins! Sie ist es, die uns vorwärts drängt und wieder aufgehen lassen will im großen Ganzen. So wünsche ich allen Lesern, dass ihnen die Erinnerung an ihre wahre Natur hell aufleuchten möge und sie die Verbindung erkennen, die alles mit allem eint.

Der Mensch, der zu höchster  Weisheit gelangt ist,

kann und muss die Verbindung erkennen, die alles mit allem eint.

Pythagoras

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