Leben in Gemeinschaft

selbstbestimmt, ökologisch, spirituell und sozial

Gedanken zum Schächten von Erica Kalika Blöchlinger

Es ist kaum zu glauben, dass es im aufgeklärten 21. Jahrhundert noch Menschen gibt, die an einer archaischen Schlachtmethode aus einer Zeit festhalten, wo der Mensch zur Tötung seiner Tiergeschwister nichts anderes zur Verfügung hatte als ein Messer. Was daran besonders göttlich sein soll, erregt die Gemüter, zumal weder in den jüdischen heiligen Schriften (Thora und Talmud), noch im Koran der Moslems ein Gebot zu finden ist, das die Gläubigen auffordert, Fleisch von zu Tode gemarterten Tieren zu essen. Wer es nicht glaubt, soll diese Schriften studieren! Wenn dann noch behauptet wird, Schächten - also das betäubungslose Töten - habe mit  “Ehrfurcht vor dem Leben“ zu tun, dann kann nur noch von krankhaftem Wahn die Rede sein, nicht aber von Religion.

Gott hat den Menschen nie verboten, sich vegetarisch oder vegan zu ernähren, ganz im Gegenteil, er hat ihnen das Töten verboten! Es heißt nicht: Du sollst keine Menschen töten! Es heißt schlicht und einfach: Du sollst nicht töten! Also, wozu dann all die Debatten und fadenscheinigen Spitzfindigkeiten?

Wären die Wände der Schlachthöfe aus Glas oder müssten alle Fleischesser - ob Juden, Christen oder Moslems - einen Tag in ihrem Leben in einem Schlachthof verbringen, um hautnah mitzuerleben, was dort alles abläuft, bis die Tierleichen schön säuberlich zerlegt als Steak, Wurst oder Gehacktes auf dem Teller landen, dann gäbe es bald keine Menschen mehr, die Tiere essen - und unsere geschundenen Mitgeschöpfe samt Mutter Natur könnten endlich aufatmen.

Schächten hat mit Religion oder Gott nichts zu tun, dagegen sehr viel mit arroganter Abgrenzung und Vorrecht. Und Vorrecht ist der größte Feind des Rechts.

Islam

Der Prophet Mohammed predigte in der Wüste, wo es sehr schwierig ist, vegetarisch zu leben. Obwohl der Islam nicht eine Religion ist, die den Vegetarismus propagiert, hielt Mohammed dieses Ideal hoch, wie aus den überlieferten Biographien hervorgeht. Er ernährte sich hauptsächlich von Milch, Joghurt, Honig, Nüssen, Feigen, Datteln und anderen Früchten. Auch im Koran kann man Textstellen finden, die von universaler Barmherzigkeit sprechen und Gerechtigkeit für alle Lebewesen fordern. So heißt es zum Beispiel:

«Es ist kein Tier auf Erden, noch ein Vogel, der mit seinen Schwingen fliegt, die nicht gleich wären wie ihr, die ihr ein Volk seid. Alle Geschöpfe Allahs sind seine Familie.» (6.38)


"Es ist eine widerliche Arroganz des weißen Mannes, sich über Gott zu stellen und zu sagen:'Dieses Tier werde ich leben lassen, denn es bringt Geld.' Oder: 'Dieses Tier muss weg, es rentiert sich nicht, der Raum, den es besetzt, kann ertragreicher genutzt werden.'

Für den Weißen hat alles ein Preisschild. Und langsam wird die Prärie eine Landschaft ohne Leben - keine Präriehunde mehr, keine Dachse, keine Füchse, keine Kojoten. Die großen Raubvögel haben sich natürlich auch von den Präriehunden ernährt. Heutzutage siehst du nur noch ganz selten einen Adler. Der Weißkopfadler ist das Symbol dieses Landes (Amerika). Du siehst ihn auf eurem Geld, aber euer Geld tötet ihn. Wenn ein Volk anfängt, sein eigenes Symbol zu vernichten, dann ist es nicht auf dem besten Weg."
Sioux-Schamane Tahca Ushte

 

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