Leben in Gemeinschaft

spirituell, ökologisch und sozial

Der Garten in Seifen

Viele Gärten habe ich durchwandert, von den privaten bis hin zur Bundesgartenschau. In so manchen Gärten habe ich gearbeitet, vom Frühjahr bis zum Herbst. Immer aus eigenem Wunsch und meiner Liebe zur Natur.

So durchstreife ich, kaum in Seifen angekommen, neugierig meinen neuen Wirkungsbereich, das Stück Land hinter dem ehemaligen Schulhaus, auf dem vor mehr als einem Vierteljahrhundert der Mutter-Erde-Garten angelegt wurde.

RundbeetDer von Buschwerk etwas versteckte, schmale Eingang öffnet zu einem Blick, zieht mich in seinen Bann. Ich halte inne. Stehe und spüre einen warmen Strom durch meinen Körper fließen. Linkerhand blinkt ein braunes Holzhäuschen durch die Blätter und rechts führt eine Treppe zu einem höher gelegenen Gartenareal. Vor mir liegt ein riesengroßes, bepflanztes Rundbeet, wie ein bestückter Kuchen auf grüner Tischdecke. Eine geschickte Hand hat den Kuchen durch Wege in vier Teile geschnitten. Jedes Teil ist mit dem anderen identisch. Dieses Rundbeet ist so harmonisch angelegt, dass von dieser Harmonie eine besondere Strahlkraft ausgeht.

Hinter dem Rundbeet neigen zwei hohe Bäume sich zu einem Oval, einem majestätischen Tor, das Ehrfurcht gebietet. Während ich staunend weitergehe, werde ich auf das laute Vogelkonzert im Garten aufmerksam und mein Blick durchstreift die unterschiedlichen Baumwipfel, auf der Suche nach den Sängern.

Einer langen Baumreihe vorgelagert, und neben einem anschließenden Haselnusshain, stehen zwei gepflegte Geräteschuppen, davor ein Arbeitsplatz. Diagonal davon betrete ich einen mit hübschen Gartenbänken bestückten Rundplatz, im Schatten von verschiedenartigen Laubbäumen gelegen, der mittig eine geräumige Feuerstelle beherbergt. Von der Feuerstelle gehen Kraft, Wärme und Geborgenheit aus. Ich setze mich auf eine der Bänke und spüre dem wohltuenden Frieden nach, der hier greifbar, mich ganz und gar erfasst hat.

gartenÜber ein erhabenes Rasenstück, der Boden des Gartens verläuft hügelig, komme ich an ein kleineres Rundbeet, auf dem orangefarbene Pflanzen eine Glassteele umkränzen. Kunstvoll gepflegte Schönheit, die sich unmittelbar davor weiter ergießt in ein verwildertes Stück Wiese, natürlich gewachsener Schönheit.

Das Herzstück dieser Wildwiese ist ein großer, runder Steinbrunnen, umwachsen von Rosensträuchern und Lavendelbüschen, die zu mir herüberleuchten. Ein Kranz aus kräftigem Lila und zartem Rose geflochten. Ich bin völlig verzaubert und eine innige Freude weitet mein Herz. Mein Gang wird leichter und leichter.

gartenZwei Schmetterlinge, umflattern mich und mein Blick fallt auf einen mit Farnen und Büschen umwachsenen Teich .Wieder eine Bank, die zum Verweilen einlädt. Hier umfasst das Auge des Betrachters von den Seerosen des Teiches über ansteigende Rasenfläche, natürlich belassene Wiesenhaine und angrenzenden Waldbestand bis hin zum alles umkrönenden Himmelsgewölbe, den vielleicht kraftvollsten Einblick in den Zaubergarten. Mein Geist weitet sich.

Nach geraumer Zeit und inspiriert zu neuen Taten, wandere ich weiter und nehme einen oberen Weg zurück. Unter sich zu einander neigenden Bäumen hindurch , wie auf einer Lichtung, liegen hintereinander zwei bepflanzte, rechteckige Riesenbeete und der Garten duftet hier nach mit Rasenschnitt gemulchter Erde.

Noch ein entzückendes Holzhäuschen grüßt wie aus einem Märchen. Etwas abseits, unter Holunderbüschen halb verborgen, liegt die Kompostanlage mit drei begehbaren, gepflegten Abteilungen." Ein zutiefst dankbares Gefühl zur Schöpferkraft von Himmel und Erde breitet sich aus, während ich betrachtend stehe und über dieses Wunder, diese Gesetzmäßigkeit der Umwandlung sinniere.

Mein Rundgang führt mich zurück, über die Treppe in den unteren Garten, zur parallel zum Garteneingang gelegenen Kapelle, einem schmucken, winzig kleinen Steinhäuschen. Rosen, um die Eingangstür geschmückt, laden mich ein, einzutreten.

gartenIch versenke mich in ein Bild von der Madonna mit der wundertätigen Medaille, die von Katharina v. Labore ins Leben gerufen wurde.

Etwas unterscheidet diesen Garten von allen anderen Gärten, an die ich mich erinnere. Was ist das, was diesen Garten von Mutter Erde so ungewöhnlich auszeichnet?

Ich denke, es ist seine heilende Kraft, seine freigiebige Inspiration, sein ausatmender Friede. In diesem Garten begegne ich Gott. Dieser Garten ist durchdrungen von den segnenden Kräften von Mutter Erde und Vater Himmel. Er ist für mich ein Minimodell des Garten Eden. Möge der Segen, der von ihm ausgeht, für immer erhalten bleiben!

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